Als vor zehn Jahren zwei Flugzeuge in die beiden Türme des New Yorker
World Trade Center krachten, sass der Luzerner Fotograf Adrian Müller
gerade am Frühstückstisch.
«Von meinem Loft aus habe ich den ersten Turm
rauchen sehen», erinnert sich der 35-Jährige, der mit seiner Frau und
seinem Sohn in Brooklyn wohnt. Nachdem der zweite Turm eingestürzt war,
schnappte sich Müller seine Kamera und kämpfte sich auf dem Velo über
die Brooklyn Bridge durch den aus Manhattan fliehenden Menschenstrom.
«Mir war sofort klar, dass dieser Tag grossen Einfluss auf die
Weltgeschichte nehmen wird.»
Bis auf hundert Meter kam Müller an den Ground Zero heran. Das in
Staubwolken gehüllte Manhattan bot ein Bild des Chaos: Er fotografierte
auf dem Boden sitzende, erschöpfte Polizisten, mit Asche bedeckte Autos und verzweifelte Menschen in den Strassen.
Am
Abend liess der Luzerner die damals noch analogen Bilder im Filmlabor
entwickeln und versandte die eingelesenen Dateien weltweit an
Bildagenturen. Müller: «Die Fotos wurden unter anderem im amerikanischen
Nachrichtenmagazin ‹Newsweek› und der ‹Asahi Shimbun› in Japan
abgedruckt.»
New York ist mittlerweile zu Müllers zweiter Heimat geworden.
Trotzdem will er Luzern nie den Rücken kehren. «Ich besuche jedes Jahr
meine Freunde und Verwandten in Meggen.»
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Mittwoch, 7. September 2011
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