Mittwoch, 7. September 2011

World Trade Center

Als vor zehn Jahren zwei Flugzeuge in die beiden Türme des New Yorker World Trade Center krachten, sass der Luzerner Fotograf Adrian Müller gerade am Frühstückstisch.
«Von meinem Loft aus habe ich den ersten Turm rauchen sehen», erinnert sich der 35-Jährige, der mit seiner Frau und seinem Sohn in Brooklyn wohnt. Nachdem der zweite Turm eingestürzt war, schnappte sich Müller seine Kamera und kämpfte sich auf dem Velo über die Brooklyn Bridge durch den aus Manhattan fliehenden Menschenstrom. «Mir war sofort klar, dass dieser Tag grossen Einfluss auf die Weltgeschichte nehmen wird.»

Bis auf hundert Meter kam Müller an den Ground Zero ­heran. Das in Staubwolken gehüllte Manhattan bot ein Bild des Chaos: Er fotografierte auf dem Boden sitzende, erschöpfte Polizisten, mit Asche bedeckte Autos und verzweifelte Menschen in den Strassen.

 Am Abend liess der Luzerner die damals noch analogen Bilder im Filmlabor entwickeln und versandte die eingelesenen Dateien weltweit an Bildagenturen. Müller: «Die Fotos wurden unter anderem im amerikanischen Nachrichtenmagazin ‹Newsweek› und der ‹Asahi Shimbun› in Japan abgedruckt.»

New York ist mittlerweile zu Müllers zweiter Heimat geworden. Trotzdem will er Luzern nie den Rücken kehren. «Ich besuche jedes Jahr meine Freunde und Verwandten in Meggen.»

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